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The page of Štrpka, Ivan, German Reception

Image of Štrpka, Ivan
Štrpka, Ivan
(1944–)

Reception

CHARAKTERISTIK DES WERKES
Štrpka trat in die Literatur als Mitglied der Dichtergruppe Einsame Läufer mit dem Gedichtband Die kurze Kindheit der Lanzenträger ein. Sie kann als Reifungsbeweis betrachtet werden, als das Aufbäumen einer jungen Seele gegen einen, des Menschen unwürdigen, Gesellschaftsvertrag. Das zweite Buch, Tristan schwatzt, ist eine neodadaistische Auseinandersetzung mit der Inhaltslosigkeit der Phrasen, mit der Seichtheit der gesellschaftlich-politischen Ausdrucksform. Der dritte Band Štrpkas, Jetzt und andere Inseln, ist der Entwurf eines Konzeptes, der den Gedanken an den Menschen heute und hier zum Inhalt hat, an die Fallen in ihm selbst und ausserhalb seiner, Gedanken an die Welt im Menschen und seine geschichtsformierende Kompetenz. Die nächste Gedichtsammlung Vor der Wandlung erschien 1982. Der Dichter bemüht sich darin von den drückenden Fesseln der Logik, von den vorangegangenen Erfahrungen loszukommen. Zu verzeichnen ist hier Štrpkas Umwertung von Eigenschaften und Bedeutungen, ihre Einreihung in neue Struktureinheiten, um sie so in eine andere Dimension zu versetzen. Nachrichten aus dem Apfel ist ein Buch, das einen erhöhten Tiefengang anzeigt, indem der magische Spielraum des Autors an Weite gewinnt und das, womit wir schon in Berührung kamen, in bunten Farben aufleuchtet. Das Liedertextbuch Blauer Berg ist ein bemerkenswertes Dokument der Zusammenarbeit zwischen dem Rockmusiker und Filmemacher Dežo Ursíny und dem Lyriker Ivan Štrpka, sowie ein Beleg von Štrpkas lyrischer Wanderung und Entwicklung. Es dokumentiert chronologisch Štrpkas Liedertextdichtung vom Beginn der 2. Hälfte der 70. Jahre bis 1987. Der Band Alles ist in der Schale trägt die Züge einer Reisebeschreibung, aber auch einer grotesken Vision. Auch läßt sich ein Hinwenden zu fernöstlichen Philosophien, besonders dem Zenuddhismus verzeichnen. Die Poesie in der lyrischen Komposition Herrliche nackte Welt erweckt den Eindruck, als hätte sie jemand geschrieben, der unwillkürlich nach hinten blickt und eine Welt in ungeahnter Bewegung und märchenhaftem Zustand entdeckt. Vielleicht geht es hier um eine phänomenologische Sehnsucht, den existentiellen Zustand der Dinge aufzudecken, zu ihrem Naturzustand zu gelangen. Der Essayband Der Krampf der geöffneten Hand und andere Essays ist das Ergebnis von Štrpkas politischem Denken und seiner Erfahrungen als Chefredakteur der Zeitschrift Kultúrny život. Im Gedichtband Weite Ebene, Südwest. Tod der Mutter werden ernste und dunkle Töne angeschlagen. Auch ist es ein Versuch, andere Erfahrungsseiten der Realität aufzudecken.

Z
UM AUTOR
Štrpkas Poesie setzt einen kultivierten Leser voraus, denn sie ist keine einfache Poesie. Sie ist vielmehr eine intellektuelle Aussage, die nicht anhand eines einzelnen Gedichtes verständlich wird, sondern über ihre Komposition, ihre Ganzheit erkannt werden kann. (Tomáš Winkler)

Einerseits ist Štrpka der Typus eines „monoliten Autors“, der mit ausgeprägter Weltanschauung und von einem ausgereiften Standpunkt an Dinge herangeht. Andererseits läßt er sich jedoch von literarischen und außerliterarischen Strömungen beeinflussen. Die Spannung liegt darin, in welcher Art und Weise er die Realität verarbeitet und wie er sich selbst von der Realität zurechtbiegen läßt.
Štrpka bemächtigt sich der Realitätsvielfalt mittels eines komplizierten poetischen Aparates. Er reduziert die Wirklichkeit nicht auf einige Zeichen, wie es z. B. Strážay tut, sondern beschreibt sie von mehreren Aspekten aus, man könnte fast von kubistischer Weise sprechen. Er benutzt buchstäblich eine quadrophonische Instrumentation, was man fast als Interpunktionsgier bezeichnen könnte: dazu dienen dem Autor Punkte, Kommas, Doppelpunkte, Gedankenstriche, Kursiven, große Buchstaben. Bei stillem Lesen scheinen einige Verse zu schreien. (
Daniel Hevier)

Štrpkas Poesie vermag anspruchsvollen Lesern höchstes Wohlbefinden zu vermitteln. Sie hat Handlung, Ideenreichtum, eine (exupérysch) moralische und belehrende Reichweite. Aber sie hat auch das „Unaussprechbare“, was echte Kunst ausmacht. Das, was ins Gedicht hineinfließt jenseits von Gut und Böse, dank einer gewissen Alchymie des Wortes... (Štefan Moravčík)

Štrpka erreichte eine fast absolute Sprachkonzentration und besitzt
alles, was ein gutes Gedicht braucht: Witz, Einfall, Invention, Eleganz, Andeutung, Paraphrase, aber auch eine durchdachte Metapher. (Ivan Kolenič)
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