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Bachmann, Ingeborg: Anrufung des großen Bären

Portre of Bachmann, Ingeborg

Anrufung des großen Bären (German)

Großer Bär, komm herab zottige Nacht,

Wolkenpelztier mit den alten Augen,

Sternenaugen,

durch das Dickicht brechen schimmernd

deine Pfoten mit den Krallen,

Sternenkrallen,

wachsam halten wir die Herden,

doch gebannt von dir, und mißtrauen

deinen müden Flanken und den scharfen

halbentblößten Zähnen,

alter Bär.

 

Ein Zapfen: eure Welt.

Ihr: die Schuppen dran.

Ich treib sie roll sie

von den Tannen im Anfang

zu den Tannen am Ende,

schnaub sie an, prüf sie im Maul

und pack zu mit den Tatzen.

 

Fürchtet euch oder fürchtet euch nicht!

Zahlt in den Klingelbeutel und gebt

dem blinden Mann ein gutes Wort,

daß er den Bären an der Leine hält.

Und würzt die Lämmer gut.

 

s' könnt sein, daß dieser Bär

sich losreißt nicht mehr droht

und alle Zapfen jagt, die von den Tannen

gefallen sind, den großen, geflügelten,

die aus dem Paradiese stürzten



Uploaded byP. T.
Source of the quotationhttp://www.arlindo-correia.com/020101.html

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