Ez az oldal sütiket használ

A portál felületén sütiket (cookies) használ, vagyis a rendszer adatokat tárol az Ön böngészőjében. A sütik személyek azonosítására nem alkalmasak, szolgáltatásaink biztosításához szükségesek. Az oldal használatával Ön beleegyezik a sütik használatába.

Gratulálunk! Az Év Fordítója 2020-ban Leslie A. Kery!
Hírek

Rilke, Rainer Maria: The fourth elegy (Duineser Elegien - Die Vierte Elegie Angol nyelven)

Rilke, Rainer Maria portréja

Duineser Elegien - Die Vierte Elegie (Német)

O Bäume Lebens, o wann winterlich?

Wir sind nicht einig. Sind nicht wie die Zug-

vögel verständigt. Überholt und spät,

so drängen wir uns plötzlich Winden auf

und fallen ein auf teilnahmslosen Teich.

Blühn und verdorrn ist uns zugleich bewußt.

Und irgendwo gehn Löwen noch und wissen,

solang sie herrlich sind, von keiner Ohnmacht.

 

Uns aber, wo wir Eines meinen, ganz,

ist schon des andern Aufwand fühlbar. Feindschaft

ist uns das Nächste. Treten Liebende

nicht immerfort an Ränder, eins im andern,

die sich versprachen Weite, Jagd und Heimat.

Da wird für eines Augenblickes Zeichnung

ein Grund von Gegenteil bereitet, mühsam,

daß wir sie sähen; denn man ist sehr deutlich

mit uns. Wir kennen den Kontur

des Fühlens nicht: nur, was ihn formt von außen.

Wer saß nicht bang vor seines Herzens Vorhang?

Der schlug sich auf: die Szenerie war Abschied.

Leicht zu verstehen. Der bekannte Garten,

und schwankte leise: dann erst kam der Tänzer.

Nicht der. Genug! Und wenn er auch so leicht tut,

er ist verkleidet und er wird ein Bürger

und geht durch seine Küche in die Wohnung.

Ich will nicht diese halbgefüllten Masken,

lieber die Puppe. Die ist voll. Ich will

den Balg aushalten und den Draht und ihr

Gesicht aus Aussehn. Hier. Ich bin davor.

Wenn auch die Lampen ausgehn, wenn mir auch

gesagt wird: Nichts mehr —, wenn auch von der Bühne

das Leere herkommt mit dem grauen Luftzug,

wenn auch von meinen stillen Vorfahrn keiner

mehr mit mir dasitzt, keine Frau, sogar

der Knabe nicht mehr mit dem braunen Schielaug:

Ich bleibe dennoch. Es giebt immer Zuschaun.

 

Hab ich nicht recht? Du, der um mich so bitter

das Leben schmeckte, meines kostend, Vater,

den ersten trüben Aufguß meines Müssens,

da ich heranwuchs, immer wieder kostend

und, mit dem Nachgeschmack so fremder Zukunft

beschäftigt, prüftest mein beschlagnes Aufschaun, —

der du, mein Vater, seit du tot bist, oft

in meiner Hoffnung, innen in mir, Angst hast,

und Gleichmut, wie ihn Tote haben, Reiche

von Gleichmut, aufgiebst für mein bißchen Schicksal,

hab ich nicht recht? Und ihr, hab ich nicht recht,

die ihr mich liebtet für den kleinen Anfang

Liebe zu euch, von dem ich immer abkam,

weil mir der Raum in eurem Angesicht,

da ich ihn liebte, überging in Weltraum,

in dem ihr nicht mehr wart …: wenn mir zumut ist,

zu warten vor der Puppenbühne, nein,

so völlig hinzuschaun, daß, um mein Schauen

am Ende aufzuwiegen, dort als Spieler

ein Engel hinmuß, der die Bälge hochreißt.

Engel und Puppe: dann ist endlich Schauspiel.

Dann kommt zusammen, was wir immerfort

entzwein, indem wir da sind. Dann entsteht

aus unsern Jahreszeiten erst der Umkreis

des ganzen Wandelns. Über uns hinüber

spielt dann der Engel. Sieh, die Sterbenden,

sollten sie nicht vermuten, wie voll Vorwand

das alles ist, was wir hier leisten. Alles

ist nicht es selbst. O Stunden in der Kindheit,

da hinter den Figuren mehr als nur

Vergangnes war und vor uns nicht die Zukunft.

Wir wuchsen freilich und wir drängten manchmal,

bald groß zu werden, denen halb zulieb,

die andres nicht mehr hatten, als das Großsein.

Und waren doch, in unserem Alleingehn,

mit Dauerndem vergnügt und standen da

im Zwischenraume zwischen Welt und Spielzeug,

an einer Stelle, die seit Anbeginn

gegründet war für einen reinen Vorgang.

 

Wer zeigt ein Kind, so wie es steht? Wer stellt

es ins Gestirn und giebt das Maß des Abstands

ihm in die Hand? Wer macht den Kindertod

aus grauem Brot, das hart wird, — oder läßt

ihn drin im runden Mund, so wie den Gröps

von einem schönen Apfel? … Mörder sind

leicht einzusehen. Aber dies: den Tod,

den ganzen Tod, noch vor dem Leben so

sanft zu enthalten und nicht bös zu sein,

ist unbeschreiblich.



FeltöltőP. T.
Az idézet forrásahttp://www.symbolon.de

The fourth elegy (Angol)

O trees of life, when is your winter season?

We are divided. Lack the knowledge of

migrating birds. Belated and outstripped,

we hurl ourselves suddenly on the wind

to tumble on a pond of misconceptions.

Both growth and withering present to our minds.

And somewhere lions wander in their glory,

and know in all their days no dearth of power.

 

We, though, where we intend one thing, and mean it,

are vexed by shimmering alternatives.

Enmity’s near to hand. Don’t lovers always

come upon fences in each other’s souls

where they expected hunting, home, and freedom?

Then briefly a design that’s based on contrast

comes into focus, carefully prepared

for us to see. (They take some pains with us.)

We do not know the contour of our feeling:

only the thing that moulds it from without.

Who has not sat expectant

before the curtain of the heart’s theatre?

And up it went. A scenery of farewells.

Easy to picture. The remembered garden,

the backdrop faintly stirred. Then came the dancer.

Not him. I’ve had enough. For all his footwork,

he is a fraud, a bourgeois in disguise,

and passes through the kitchen to his dwelling.

I cannot take these half-invested masks.

Better the puppet. That is full, and honest.

Out with pretence. I can accept the wires,

the stuffing and integuments, that face

of mere appearance. On with the show. I’m here.

If all the lights go dim, even if they tell me

the play is over, and only emptiness

drifts from the stage on the sickening grey air,

if none of my mute ancestors remain

to sit with me, no woman that I loved,

and even the squinting brown-eyed boy is gone

who died so young, I’ll stay here just the same.

Am I not right? My father, you whose life

tasted so bitter where it mixed with mine

as I grew on, the cloudy fermentation

that was my destiny teasing your palate

with a suggestion of strange futures – searching

my eyes upturned to yours opaquely, troubled

by what you saw and what you did not see –

you who, now dead, are present to my soul

and fearfully share my hope, surrendering

serenity such as the dead must have,

all that serene kingdom surrendering

to share my little life, am I not right?

And you, am I not right, you who once loved me

for the poor bud of love you saw in me

and thought was yours, which I outgrew, because

the space I saw and worshipped in your faces

opened on cosmic distances where you

were visible no longer – am I not right,

to sit just now and then, to watch the show? No –

to gaze rather with such strange constancy

that in the end, to compensate my gazing,

an angel must descend to tread the boards,

snatching the puppets into his hands.

Angel and puppet: that’s something like a play.

Then comes together all that we put apart

by our existence, and our seasons grow

to complete fullness in the round of time.

Above us then we sense the angel playing.

Look, surely the dying must suspect

how full of sham are all our ventures here.

Nothing can ever be itself. Oh, hours of childhood,

when behind the presented figure more

than just the past was, and no future either.

We grew, of course, and sometimes tried so hard

to grow up quickly, half in will to please

those who in adulthood had nothing else.

And yet were happy in our solitude

with the experience of pure duration,

stood in a space between the world and our toys,

upon a spot established from the beginning

to be the locus of a real event.

 

Who will depict a child just as it stands? – place it

within its constellation, give it the measure of distance

into its hand? who make the death of children

out of grey bread, which hardens like a stone,

or place it in the cherry mouth as it were the core

of a shiny apple? Murderers are

easy to fathom. Only this: to take on death

completely, before even life begins,

contain it lightly and without complaining,

bereaves description.



FeltöltőP. T.
Az idézet forrásahttp://www.jbeilharz.de

minimap